Traumalandkarte

Immer wieder wird berichtet, dass Betroffene in der Therapie eine Traumalandkarte erstellen sollen. Und oftmals ist denjenigen nicht klar, um was es sich dabei handelt. Daher hier eine Erklärung.

Eine sogenannte Traumalandkarte dient dem Therapeuten und den Betroffenen dazu, die Anzahl der als traumatisch erlebten Geschehnisse im Leben des Betroffenen zu erfassen. Gleichzeitig wird die Stärke der zur Zeit des Traumaerlebens wahrgenommenen Emotionen aufgeführt. In einem zweiten Schritt wird die Belastung erfasst, die die Erinnerung an die früher erlebten Trauma in der heutigen Zeit auslöst. Diese Karten aktualisiert man regelmässig um so den Fortschritt abbilden zu können.

Oftmals wird die Traumalandkarte in einfacher grafischer Darstellung als Punkt- oder Liniendiagram aufgezeichnet. Solche Karten können aber auch digital in einer Tabellenkalkulation erfasst werden.

Im folgenden ein Beispiel einer solchen Karte.

Der Betroffene hat beginnend mit dem 1. Lebensjahr verschiedene Geschehnisse als traumatisch aufgenommen. Es gehören in diesem Fall Trennungen, Gewalt, sexuelle Übergriffe, Nahtoderfahrungen, Tode von anderen Personen und Krankheiten dazu.

Durch die grosse Anzahl an traumatischen Erlebnissen befand sich der Betroffene Zeit seines Lebens in einer Dauerbelastung, die das Gehirn nur mit Dissoziationen aushalten konnte. Jede dieser traumatischen Situationen ist mit verschiedenen Dingen verknüpft. Diese Dinge werden im Laufe des Lebens zu Triggern, die teilweise so abstrahiert werden, dass sie kaum noch mit dem ursprünglichen Geschehen in Verbindung zu stehen scheinen. So kann bei einer Gewalttat z.B. das bei dieser Tat herrschende Wetter später zum einem Auslöser für die Erinnerungen werden. D.h. jedes mal, wenn ein ähnliches Wetter vorherrscht, kommen dem Betroffenen die Bilder der Tat wieder in den Sinn und er durchlebt die Situation mit allen emotionalen und auch körperlichen Reaktionen erneut.

Der Betroffene hat für sich definiert, dass er heute alles über einem Wert von 40 auf der Skala nicht mehr aushalten kann. Diese Belastung kann er dann nur noch mit starken Psychopharmaka kompensieren.

Nach ca. 7 Jahren intensiver Therapie hat sich die Belastung, die die Traumata heute noch mit sich bringen wesentlich reduziert. Es ist bei Weitem noch nicht alles an Triggern so abgemildert, dass sie ohne Medikamente auszuhalten wären. Doch die gesamte Kurve ist wesentlich abgemildert. Welches traumatische Erlebnis man wann bearbeitet ist  eine individuelle Entscheidung, die man als Betroffener gemeinsam mit dem Therapeuten erarbeiten muss. Und auch hier kann es immer wieder geschehen, dass man Pläne umschmeissen und von einer anderen „Ecke“ neu beginnen muss. Auch kommt es durchaus vor, dass ein bestimmtes Thema mehrfach bearbeitet werden muss, bis eine wesentliche Verbesserung eintritt.

Es liegen noch drei grössere Themen-Blöcke vor dem Betroffenen um in Zukunft nur in sehr seltenen Fällen über die Belastungsgrenze katapultiert zu werden. Das ist das Ziel, dass der Betroffene sich in diesem Fall gesetzt hat.