Ratgeber: Namensänderung

Viele Personen mit Multipler Persönlichkeit haben Probleme mit dem Namen, den sie bisher tragen. Daher habe ich hier einige Informationen zu diesem Thema zusammengetragen.

Die öffentlich-rechtliche Namensänderung ist möglich, wenn ein wichtiger Grund die Änderung rechtfertigt. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, wird im Einzelfall geprüft.

Als Erstes sollte man ein Vorgespräch mit dem/der Zuständigen für die Namensänderung vereinbaren. Dabei sollte man die Begründung und den neuen Namen schon im Kopf haben. Zuständig ist entweder direkt das Einwohnermeldeamt oder aber ein einzelner Sachbearbeiter. Die Entscheidung trifft entweder dieser Sachbearbeiter oder es geht an einen anderen Entscheider weiter. Es kann auch sein, dass es an den jeweiligen Kreis weiter geleitet wird. Dies ist je nach Gemeinde oder Bundesland unterschiedlich.

Man benötigt:

  • den aktuellen, gültigen Personalausweis. Dieser wird normalerweise direkt von dem Sachbearbeiter kopiert.
  • aktuelle Meldebescheinigung vom Einwohnermeldeamt (Kosten normal ca. 15 Euro).
  • aktuelle beglaubigte Kopie aus dem Geburtenregister der antragstellenden Person (Beim Einwohnermeldeamt des Geburtsortes beantragen. Kosten normal ca. 10 Euro).
  • aktuelles polizeiliches Führungszeugnis (Wird normal vom Einwohnermeldeamt automatisch eingeholt. Es ist nur eine Unterschrift nötig, es gibt aber auch Städte die ca. 15 Euro Gebühren erheben. Das Führungszeugnis muss ohne Eintragung sein).
  • aktueller Schufa-Einfrag (wird normal vom Sachbearbeiter eingeholt, ist meist kostenlos).
  • Erklärung darüber, ob die antragstellende Person schon einmal einen Antrag auf Änderung des Familiennamens gestellt hat. Wenn ja muss dies nachgewiesen werden. (Meist ist dies auf dem Antrag nur ein Kreuzchen, das gesetzt werden muss).
  • Aktueller Einkommensnachweis da dies für die Gebührenfestsetzung erforderlich ist.
  • Eine ausführliche (!) Begründung.
  • Eine Bestätigung des behandelnden Therapeuten / Psychiaters, dass eine Namensänderung zur Stabilisierung/Verbesserung der psychischen Gesundheit unbedingt notwendig ist.

Weitere Informationen:

Der neue Name muss gewisse Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestens einer der gewählten Namen (max. 7 Stück, manche Städte lassen aber ‘nur’ 5 Namen zu) muss im deutschen Sprachgebrauch eine eindeutige Zuordnung des Geschlechts ermöglichen.
  • Es dürfen keine Namen verwendet werden, die generell nicht zugelassen werden.
  • Im Vorgespräch kann der Sachbearbeiter beim Standesamt anrufen und nachfragen, ob der neue Name akzeptiert werden kann. Die kann er dann auch entsprechend in die Unterlagen übernehmen, so dass der Entscheider dies nicht mehr machen muss.
  • Offiziell gibt es keinen gesonderten ‚Rufnamen‘ mehr, sondern alle Namen sind gleichberechtigt. Dennoch bestehen einige Städte darauf den Rufnamen zu deklarieren, wenn man mehrere Namen verwenden möchte.
  • Für die neue Unterschrift gilt: Verwendet man einen Namen mit Bindestrichen und nutzt diesen zur Unterschrift, müssen beide Namensteile verwendet werden. (Beispiel: Hans-Dieter Manfred Meier – Unterschrift OK: H-D Meier, H-D M. Meier, Hans-Dieter Meier, Manfred Meier, M. Meier. – Unterschrift nicht OK: Hans Meier, Dieter Meier, Hans Manfred Meier, Dieter Manfred Meier)

Zur Begründung:

Die Begründung muss so geschrieben sein, dass der Sachbearbeiter / Entscheider es nachvollziehen kann, warum deine Namensänderung so wichtig ist. Das bedeutet, dass die eigentlichen Diagnosen und ähnliches absolut uninteressant sind. Denn keiner der Sachbearbeiter wird irgendwelche medizinische Fachbegriffe verstehen. Der Menschliche Aspekt ist der wichtige.

Mögliche Begründungen, die ausführlich dargelegt werden müssen:

  • Täter benutzten den Namen, dadurch ruft der Name heute immer wieder traumatische Erinnerungen hervor.
  • Ein Täter trug den gleichen Namen und dadurch wird man selber immer wieder an die Täter erinnert.
  • Eine Identifikation mit dem bisherigen Namen ist nicht gegeben.
  • Die Verwendung des bisherigen Namens bringt körperliche Reaktionen mit sich (Übelkeit, Selbstverletzungen)
  • Der neue Name wird bereits im Alltag und gegenüber allen möglichen Personen verwendet (Hierbei darauf achten, in sozialen Netzwerken unter dem neuen Namen gelistet zu sein, denn es findet eine Überprüfung statt. Auch die E-Mail-Adresse, die man im Antrag eventuell angibt, sollte bereits die mit dem neuen Namen sein).
  • Man sollte klar heraus stellen, dass es keine leichte Entscheidung war, sondern dass man es sich sehr gut überlegt hat und es eventuell sogar ein jahrelanger Prozess war, zu einem neuen Namen zu finden.

Zu den Kosten:

Da die Kosten extrem hoch sein können (bei Änderung eines Familiennamens: 2,50 Euro bis über 1000 Euro pro Person, bei Änderung eines Vornamens: 2,50 Euro bis 500 Euro – je Bundesland / Stadt unterschiedlich) ist es wichtig eine Einkommensbescheinigung beizufügen. Wenn man Hartz IV / Sozialhilfe bekommt, diese Bescheide unbedingt beifügen und in der Begründung der Namensänderung dazuschreiben, dass man darum bittet, die Gebühren so niedrig wie möglich anzusetzen, da man Hartz IV / Sozialhilfe erhält. Denn nur dann ist der Entscheider verpflichtet, die Gebühren anzupassen. Ein einfachen Beifügen des Bescheides reicht nicht aus!

Bearbeitungsdauer:

Die Bearbeitungsdauer kann bei bis zu 9 Monaten liegen. Offiziell kann man darauf keinen Einfluss nehmen. Aber wenn die Begründung aussagekräftig ist und man mit einem Satz darum bittet, die Entscheidung zu schnell wie möglich zu fällen, da man den Namen bereits im Alltag verwendet, hat man durchaus Chancen, dass der Antrag zügiger bearbeitet wird.

Weitere Tipps:

Wenn man dann die Urkunde abholt, sollte man gleich um mehrere Kopien erstellen lassen. Im Regelfall benötigt man mindestens 5 beglaubigte Kopien zur Änderung der Unterlagen bei der Krankenkasse, bei der(den) Versicherung(en), der Führerscheinstelle, bei der Bank und beim Mieter. Mit einer normalen Kopie sowie der Kopie des neuen Personalausweises muss die Rentenkasse und das Finanzamt informiert werden. Für die Beantragung des neuen Personalausweises benötigt ihr die original Urkunde.

Sobald wir noch weitere Informationen haben, werden wir diese hier angefügt.

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